Kino Kaarst: Sentimental Value

2026-01-27T00:00:00+01:00
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Am 4. Februar um 17 und 20 Uhr Uhr im Kino Kaarst

Frankreich, Norwegen, Deutschland, Schweden, Dänemark 2025; Genre: Drama; Regie: Joachim Trier; Laufzeit: 133 Min.; FSK: ab 12 Jahren; Darsteller: Renate Reinsve, Stellan Skarsgård, Inga Ibsdotter Lilleaas, u.a.

Nach DER SCHLIMMSTE MENSCH DER WELT gelingt Joachim Trier ein vielschichtiges Meisterwerk über Beziehungen und Gefühle, die nur schwer in Worte gefasst werden können. Getragen von dem großartigen Ensemble um Renate Reinsve, Stellan Skarsgård, Elle Fanning und Inga Ibsdotter Lilleaas erzählt SENTIMENTAL VALUE mit großer Leichtigkeit und viel Humor die Geschichte einer Familie, die noch lange im Kopf und im Herzen bleibt. Bei den Filmfestspielen von Cannes begeisterte SENTIMENTAL VALUE Publikum wie Kritiker gleichermaßen und wurde schließlich mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet

Nora ist fassungslos, als ihr Vater Gustav bei der Beerdigung ihrer Mutter auftaucht, schließlich hat er seine Familie vor vielen Jahren verlassen. Immer schon war dem einst gefeierten Filmregisseur seine Arbeit wichtiger als seine Töchter gewesen, was Nora ihm nicht verzeihen kann. Jetzt kommt er mit einem Script, in dem er ihr, einer Theaterschauspielerin mit zu großem Lampenfieber, die Rolle seiner Mutter auf den Leib geschrieben hat. Nora lehnt das offensichtliche Versöhnungsangebot entschieden ab. Gustav engagiert daraufhin stattdessen den Hollywoodstar Rachel, und beginnt, den Film auf dem alten Familienwohnsitz, wo Nora und ihre Schwester Agnes aufwuchsen, mit dem Dreharbeiten – kaum verwunderlich, dass alte Dynamiken wieder ins Rollen geraten.

„Ich glaube, wir wollten etwas über Versöhnung, Familie und Zeit machen“, erklärte Trier auf der Pressekonferenz in Cannes. „Wir befinden uns jetzt mitten im Leben und haben einen größeren Überblick über die Lebensspanne eines Menschen. Wir erkennen, dass hinter jedem komplizierten Elternteil oft ein verletztes Kind steckt. Und wir haben erkannt, dass Gustav Borg, auch wenn er ein komplizierter Vater ist, als Künstler über zwei Ausdrucksweisen verfügt. Wir wollten über die Verletzlichkeit der Kommunikation sprechen, über die Unfähigkeit, in einer Familie zu kommunizieren, und darüber, ob Kunst dabei eine Rolle spielen kann.“

„Gleich zu Beginn von Sentimental Value wird ein Zuhause nicht über seine Architektur beschrieben, sondern über die Erinnerung. Eine Stimme erinnert sich an Wände, die einst warm waren, voller Leben – erfüllt von Stimmen, Licht, Streit, Freude. Jetzt ist die Luft still. Die Stimmen sind verschwunden. Und das Haus, einst fast eine Figur für sich, trägt nur noch Echos in sich. In diesen stillen Überresten der Vergangenheit legt Joachim Trier den emotionalen Grundstein für seinen bisher reifsten und zärtlichsten Film.“
Text: Mia Pflüger | kino-zeit

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